# 5

Wann ist es zu viel?

Gedanken zu dieser Frage.

Leonard, 22

Ich versuche gerade, die Balance zu halten zwischen all den Dingen, die mir wichtig sind.

Das Studium im technischen Umweltschutz fordert für sich genommen schon viel Aufmerksamkeit.

Gleichzeitig nimmt das Theater einen großen Raum ein: häufig Hauptrollen, regelmäßige Proben und darüber hinaus Aufgaben in der Organisation sowie beim Bühnenbild und dessen Umsetzung.

Dazu kommen immer wieder Engagements als Komparse, die ebenfalls Zeit brauchen und oft parallel zu allem anderen laufen.

Und daneben gibt es natürlich auch noch das Private – Zeit mit Freunden, Zeit mit der Familie.

Am Ende ist es nicht eine einzelne Sache, sondern die Summe aus allem, was gleichzeitig passiert.

All das mache ich gerne.

Ich mag es, aktiv zu sein, Dinge zu gestalten und mit Menschen zu arbeiten. Für mich fühlt sich das nach echter Zeit an.

Ganz anders als die Zeit am Handy. Die ist für mich oft eher vertane Zeit.

Trotzdem merke ich, dass es viel ist.

Nicht unbedingt wegen der einzelnen Dinge, sondern weil vieles gleichzeitig passiert und alles seinen Platz braucht.

Der Anspruch an mich selbst ist dabei ziemlich hoch. Die Dinge, die ich mache, sollen gut werden.

Und ich merke auch, dass ich gerne plane, den Überblick behalte und Einfluss darauf habe, wie etwas läuft.

Das gibt mir Sicherheit.

Gleichzeitig ist da diese leise Frage.

Ob es irgendwann kippen könnte.

Ob ich vielleicht erst merke, dass es zu viel ist, wenn es schon so weit ist.
Oder ob ich vorher erkennen kann, wo meine Grenze liegt.

Manchmal frage ich mich auch, ob dahinter die Angst steckt, etwas zu verpassen.

Ein bisschen vielleicht.

Aber vor allem mache ich die Dinge, weil sie mir wirklich etwas geben.

Gerade fühlt sich das alles noch gut an.

Und vielleicht geht es genau darum:
Nicht erst abzuwarten, bis es zu viel wird, sondern rechtzeitig zu merken, wann es genug ist.