

Gute Portraits beginnen mit einem Gespräch
Bevor die Kamera zum Einsatz kommt
Wer an ein Portraitshooting denkt, denkt meistens zuerst an die Kamera.
An Licht.
An Posen.
An das fertige Bild.
Bei meinem Projekt beginnt ein Portrait jedoch an einem ganz anderen Ort:
In meiner Küche.
Bevor das erste Foto entsteht, sitzen wir gemeinsam am Tisch, trinken einen Kaffee und sprechen über die Frage, die der Mensch mitgebracht hat.
Nicht über Fotografie.
Nicht über Technik.
Sondern über das, was ihn gerade beschäftigt.
Warum Gespräche so wichtig sind
Jeder Mensch bringt eine eigene Frage mit.
Manche Fragen wirken auf den ersten Blick einfach.
Andere berühren Themen, die schon lange im Leben eines Menschen präsent sind.
Während dieser Gespräche höre ich vor allem zu.
Ich frage nach, reflektiere und versuche zu verstehen, was hinter der Frage steckt.
Dabei geht es nicht darum, Antworten zu finden.
Sondern darum, dem Gedanken Raum zu geben.
Manchmal wird gelacht.
Manchmal wird es still.
Und manchmal fließen auch Tränen.
Denn viele der Fragen berühren etwas sehr Persönliches.
Mein Notizblock als Begleiter
Während unserer Gespräche liegt immer ein Notizblock neben mir.
Darin notiere ich Gedanken, Sätze und Beobachtungen.
Keine perfekten Formulierungen.
Sondern Stichpunkte.
Kleine Fragmente.
Aus diesen Notizen entstehen später die Texte, die gemeinsam mit den Portraits veröffentlicht werden.
Die Geschichten auf der Website sind deshalb keine erfundenen Geschichten.
Sie entstehen direkt aus den Gesprächen.
Vertrauen entsteht nicht vor der Kamera
Was mich immer wieder überrascht:
Je länger wir sprechen, desto unwichtiger wird die Kamera.
Viele Menschen kommen mit dem Gefühl, nicht fotogen zu sein oder nicht zu wissen, wie sie vor einer Kamera wirken.
Doch nach dem Gespräch verändert sich oft etwas.
Es entsteht Vertrauen.
Nicht nur zwischen Fotograf und porträtierter Person.
Sondern häufig auch gegenüber sich selbst.
Die Menschen werden entspannter.
Sie beginnen, sich wohlzufühlen.
Und genau das sieht man später auf den Bildern.
Ein sicherer Raum für persönliche Geschichten
Mir ist wichtig, dass alles, was erzählt wird, in einem geschützten Rahmen stattfinden kann.
Deshalb bekommen alle Teilnehmenden die Fotos und Texte vor einer Veröffentlichung zu sehen.
Gemeinsam entscheiden wir, was veröffentlicht wird und was privat bleibt.
Bisher habe ich dabei etwas Schönes erlebt:
Die meisten Menschen erkennen sich selbst in den Bildern und Texten wieder.
Oft sogar mehr, als sie erwartet hatten.
Was ich aus diesen Begegnungen lerne
Dieses Projekt handelt auf den ersten Blick von Fragen und Portraits.
Für mich geht es aber genauso um Begegnungen.
Um echtes Zuhören.
Um Vertrauen.
Und um die Erfahrung, dass Menschen oft erstaunlich offen werden, wenn sie das Gefühl haben, gehört zu werden.
Vielleicht entstehen deshalb die besten Bilder nicht vor der Kamera.
Sondern in den Gesprächen davor.





